War Steve Jobs ein BADASS BOSS?

War Steve Jobs ein BADASS BOSS? Über diese Frage lässt sich wahrlich streiten… Michael Kötting und Stojan Rudan, Betreiber des neuen Weblogs BADASS BOSS, sind der Meinung, dass Steve Jobs die Kriterien eines BADASS BOSS erfüllte.

Auf ihrer Webseite und auch auf Facebook präsentieren Michael und Stojan die bösesten Chefsprüche, die unglaublichsten Stories. Jeder User kann diese lesen, bewerten, seine BADASS-Story erzählen und mit der ganzen Welt teilen. In einem Interview haben sie mir erklärt, warum die BADASS BOSS gegründet haben und warum Steve Jobs ihrer Meinung nach ein BADASS BOSS war.

1. Wie seid ihr auf die Idee mit dem Portal “BADASS BOSS” gekommen?

Michael: „Stojan fragte mich im Dezember, was meine Pläne für 2012 seien und ich sagte ihm, ich entwickle mal das nächste große Ding nach Facebook. Und er meinte: Ja cool, ich hab über die Feiertage eh nichts vor.“ (Beide lachen)

Stojan: „Der Entschluss stand fest, fehlte nur noch die Idee. Und die kam so: Ich hatte mir gerade einen ordentlichen, zugegebener Maßen verdienten, Abriss von meinem Boss eingefangen. Als ich Michael davon erzählte, mussten wir beide so lachen, weil die Sprüche, die ich einstecken musste, echt gut waren. Die hatten schon Punchline-Charakter. Michael meinte anerkennend, dass unser Boss ein echter Badass sei. Und da machte es bei uns beiden Klick.

Michael: „Jeder, der im Job ist, bekommt, verteilt oder hört von Zeit zu Zeit solche Sprüche. Die Arbeitswelt ist voll davon. Und hey, wenn die gut und witzig sind, wenn die eine „Oh, fuck, dass hat er nicht wirklich gesagt?!“-Reaktion auslösen, dann gehören die auch in die Welt getragen.“

2. Sind denn wirklich so viele Chefs “BADASS BOSS”?

Michael: „Wenn wir die eingehenden Posts, die Props und das wirklich überwältigende Feedback auf BADASS BOSS als Maßstab nehmen, dann definitiv JA!“

Stojan: „Mal ehrlich, haben Sie was anderes erwartet? Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der die Ellenbogen gerne zum Einsatz kommen und in der das leider nicht mal verwerflich ist. Es ist, wie es ist. Nur gibt es einen klaren Unterschied zwischen selbstherrlichen Chefs und den BADASS BOSSen. Nehmen wir unseren Boss. Das ist einer der coolsten Typen, die ich kenne. Ein Self-Made-Mann. Er hat seine Vision, verfolgt diese konsequent, baut ein Unternehmen auf, ist erfolgreich – das das nicht jedem schmeckt, ist doch klar. Und manchmal muss man verbale Backpfeife verteilen. Das ist ehrlich und oft auch witzig. Es dient der großen Idee und das ist der Unterschied zu machtgeilen Chefs, welche sich nur über Repressalien definieren und nüchtern betrachtet humorlose und blutleere Arbeitszombies sind.“

Anders ausgedrückt: Steve Jobs – BADASS oder nicht? Unsere Meinung nach ein klares JA.“

Michael: „Bei BADASS BOSS geht es nicht darum, über seine Chefs abzulästern. Das wäre zu billig. Wir bieten sowohl den Mitarbeitern als auch den Chefs eine Plattform, um ihre besten Geschichten einer breiten Masse zu präsentieren. Kurz, knackig, saukomisch und manchmal auch bitterböse – aber eben wahr. Das macht den Charme aus.“

3. Was habt ihr mit eurem Portal noch alles vor? Mit wie vielen BADASS-Stories rechnet ihr zukünftig?

Michael: „Portal ist ein gutes Wort. Wir haben eine Masteridee dahinter und badassboss.de ist der Türöffner, sozusagen unser Teleporter. Als wir es ins Leben gerufen haben, da haben wir uns klare Vorgaben und Ziele gesetzt. Wir bauen unsere eigene Marke auf. Unser Budget sind 100€. Wir ziehen das Ding alleine auf. Wir nutzen unsere Kreativität und alle Möglichkeiten des Social Media und Web 2.0. Die Idee muss so gut sein, dass sie auf Anhieb verstanden wird und sich wie ein Lauffeuer verbreitet. Wenn nicht, dann hat sie auch keine Daseinsberechtigung. Halleluja, bis jetzt läuft‘s super und wir haben noch ganze 25€ über. Was man alles damit machen kann. Phantastisch, oder?!“

Stojan: „Die Persönlichkeiten, Sportler, Künstler, Unternehmer, Kreativen und Freigeister, die an unserer „I AM A BADASS“-Kampagne teilnehmen, die machen das aus freien Stücken und für lau. Sie sind von der Idee überzeugt und sie finden sich in ihr wieder. Das ist ihr Statement. Die Welt braucht sie. Die Welt braucht BADASSES. Nonkonformisten, die ihren Weg gehen. Die nicht Mainstream sind. Die verrückt aber auch konsequent sind. Das macht den Unterschied, bringt Veränderung und Farbe in unser aller Leben. Und, soviel sei verraten, es werden noch einige wirklich coole BADASS-Leute folgen. Watch out.“

Michael: „Um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen. Das Portal muss wachsen, atmen, leben. Mit zehn qualitativen Posteinreichungen pro Tag wären wir super happy. Man kann leider nicht alle verwenden. Ich hoffe, das hört sich nicht überheblich an, aber wir checken jeden Post gegen und erst wenn er originell ist und wir selber drüber lachen, dann wird er veröffentlicht. Die Quali muss stimmen und er muss auch für Nicht-Insider komisch sein. Wenn eine Story Kopfkino auslöst, dann ist das grandios. Da laufen ganze Filme hinter der Stirn ab, wie bei: „Ich schwöre Ihnen, Ihre Frau und ich sind nur Facebook-Freunde“. So einen Post feiern wir den ganzen Tag.“

4. Woran liegt es eurer Meinung nach, dass so viele Mitarbeiter die BADASS-Stories ihrer Chefs veröffentlichen?

Stojan: „Mit den Stories halten sie den Chefs einen Spiegel vor. Wer öfters einsteckt, der will auch mal austeilen. Wer viel zu hören bekommt, der will auch mal gehört werden. Auf badassboss.de kann er es. Ohne Konsequenzen zu fürchten, da alles anonym ist. Aber wie gesagt, selbst verbale Tiefschläge müssen charmant und augenzwinckernd verpackt sein.“

5. Was passiert, wenn einer der BADASS BOSSe “seine” Story entdeckt? Müssen Mitarbeiter oder Kollegen nicht mit Konsequenzen rechnen, wenn sie eine BADASS-Story veröffentlichen?

Michael: „In den Stories werden keine Personen und Unternehmen namentlich erwähnt – dafür sorgen wir schon. Meistens sind die Stories fast 1:1 auf andere Branchen, Personen und Unternehmen übertragbar. Also, wenn derjenige, der die Story gepostet hat nicht eine E-Mail an Intern schreibt und darauf aufmerksam macht, dürfte es sehr unwahrscheinlich sein, dass er entdeckt wird.“

Stojan: „Mal ehrlich, selbst wenn es herauskommt und er wieder einen Einlauf bekommt, dann hat er zwei Möglichkeiten: Entweder er kündigt, weil für so einen spassbefreiten und cholerischen Chef sollte niemand arbeiten – schon aus Prinzip nicht. Oder er postet gleich nochmal in allerbester BADASS-Manier eine Follow-Up-Story hinterher. Beides eine legitime und erstrebenswerte Möglichkeit.“

Vielen Dank für das Interview!